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Kunst-Galerie - Malerei, Zeichnungen, Grafiken - Ellen Gorzelany
"Verlasst den schwankenden Boden der Nüchternen, und kommt in das undichte Boot meiner Kunst" (frei nach Joachim Ringelnatz)

VOM WERDEN, VERGEHEN UND DEM DAZWISCHEN

Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 22. April 2018, nach dem Gottesdienst um 12 Uhr im Foyer der Reformationskirche, Julienstraße 39, 45130 Essen-Rüttenscheid

"Die Künstlerin Ellen Gorzelany präsentiert einen Ausschnitt aus ihrem facettenreichen Schaffen im Gemeindezentrum Essen Rüttenscheid. Mit ihren Zeichnungen, Gemälden und Objektcollagen entwickelt sie ein faszinierendes Panoptikum: die menschliche Figur ist dominant, tritt einzeln auf oder, zumeist verwoben, verschlungen, mit anderen. Auch Tiere und Pflanzen spielen eine große Rolle. Kurz: alles, was lebt. Lebendigkeit! Das ist Ausgangspunkt und Kern ihres künstlerischen Schaffens. Die unentwegte Beschäftigung mit dem Sein auf verschieden Ebenen - erzeugt Stimmungen im Betrachter, die von Irritation über Ergriffenheit bis hin zu erleichtertem Amüsement reichen. Überraschungen, wohin man schaut.

Doch keine Lebendigkeit ohne Tod. Denken, Fühlen und mithin auch das Oeuvre der Künstlerin sind von Ambivalenz geprägt. Eines der auffälligsten Spannungsfelder ist die Polarität von Natur und moderner Zivilisation. Ellen Gorzelany thematisiert die Beziehungen zwischen der menschlichen Natur und deren Umfeld, das eben aus natürlicher und gestalteter Natur besteht. Zwar entspringe der Mensch dem Kreislauf der Natur und kehre schließlich zurück, was aber geschehe zwischen Geburt und Tod? "Da komm ich her, da geh ich hin, wer weiß, was ich dazwischen bin?" so bringt sie genau dies auch in einem ihrer Gedichte auf den Punkt.

Diese und andere Fragen berühren den Raum zwischen den Zuständen, die sie in Werken wie Verwandtschaft (2007) oder Sonnentanz (2010) in sehr unterschiedlicher Auffassung formuliert: Der Akkumulation von Figuren steht die singuläre Figur gegenüber. In der flächendeckenden Anhäufung bisweilen phantastisch anmutender Gestalten manifestiert sich eine Art "Sehnsucht nach Verbundenheit" (Gorzelany) mit der Welt. Mit Singularisierung der Protagonisten kommt das entgegengesetzte Bedürfnis nach Abgrenzung, Individualität und Autonomie zum Ausdruck.

Aktuell beschäftigt sich Gorzelany mit der Serie Randfiguren: Gefüllte Trinkgefäße stellt sie bewußt unachtsam auf rauhes Papier, um aus den so entstehenden Ringen Gesichter, Karikaturen zu entwickeln. Außenseiter, Randfiguren - der Begriff bekommt hier eine profan motivierte Bedeutung. Gleichwohl weckt er sofort die Assoziation, Gestalten zu begegnen, die nicht im Mittelpunkt stehen. Ellen Gorzelany beweist die Kraft, auch Heiklem mit Humor zu begegnen, ohne dabei in Respektlosigkeit zu driften."

Dr. Barbara M. Thiemann, Kunstwissenschaftlerin
Dr. Barbara M. Thiemann, Kunstwissenschaftlerin


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